Gerstensackschnäggen

Eine Traditionsfigur der Gottmadinger Fasnacht ist seit jeher die Schnecke. Der Ursprung findet sich höchst wahrscheinlich in folgender Begebenheit: Früher mussten die Gottmadinger in den benachbarten Ort Gailingen zum Kirchgang. Der Weg führte über einen steilen Berg hinauf und die Gottmadinger kamen oft zu spät zur Messe. Schnell verbreitete sich der Spott: "Gugget an - die laufet wieder wiä d`Schnäggä".

 

In den Anfängen der Gottmadinger Strassenfasnacht bis ins Jahr 1979 hinein gab es das "Gerstensäckle" . Ein bemalter Jutesack mit Braumotiven und dem Schnägg bildeten das Häs für die Kinder (den Narrensamen) und vereinigte auf sich Gottmadinger Traditionen. Schwer fiel es dem herangewachsenen Narrensamen sich vom "Gerstensäckle" zu trennen.

 Die Entstehung der Gerstensack-Schnecken vollzog sich aus dem Wunsch heraus, ein Häs zu schaffen, welches von Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen getragen werden konnte und den Gottmadinger fröhlich, vielleicht nach einem in Gottmadingen gebrauten und dort getrunkenen Bier, selig lächelnd, in Form einer Holzmaske darzustellen, verbunden mit weiteren traditionellen Symbolen, wie z. B. Hopfen und Gerste.

 

Gottmadingen steht für alte Braukunst, welche man zur damaligen Zeit in den Gasthäusern "Sonne", "Mond" und dem "Sternen" genießen konnte. So entwickelte man ein Häs, dessen Form ein Sack voller Gerste versinnbildlicht, auf dem von Hand gemalt Gerste und Malz zu sehen, Holzkugeln am Häs, sowie eine Hopfenschapfe, an den Hopfen erinnernd und die Gasthäuser mit ihrem gezeichneten Namen: Sonne, Mond und Sternen verewigt sind.

Die Gerstensack-Schnecken sind die einzige Gruppierung der Narrenzunft Gerstensack mit einer eigenen Holzmaske. Die Maske besteht aus einer Haube mit bis zu 400 aufgenähten Schneckenhäusern und der Holzschemme, welche vom Friedinger Holzschnitzer Emil Werwein erschaffen wurde.

Unter den kritischen Augen der Brauchtumshüter Heinrich Rehm, Dr. Götz und Dr. Berner wurde das Häs 1979 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Gründungsmitglieder waren: Franz Spreitzer, Elmar Schatz, Andrea Muffler und Silvia Muffler.

Heute repräsentieren die Gerstensack-Schnecken den wahr gewordenen Wunsch, jung und alt in einer Gruppierung zu vereinigen. Die jüngste Hästrägerin zählt gerade mal 2,5 Monate. Der älteste aktive Maskenträger ist 62 Jahre alt. Ganze Familien sind in der Gruppe zu finden und man zählt heute 34 Gerstensack-Schnecken und 18 Kinder, die dem "Narrensamen" zuzuordnen sind. Aktuell wird die Gruppe von Adele Platz und Sabrina Ruf geleitet.

 

 

Narrenzunft

Gerstensack e.V.

78244 Gottmadingen
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